FAQ 4: IPCC-Produkte


Weiterführende und detaillierte Informationen zu einzelnen IPCC-Produkten finden Sie unter IPCC-Berichte.

4.1 Welche Arten von Berichten erstellt der IPCC?

IPCC-Berichte sind umfassende und ausgewogene Bewertungen des Kenntnisstandes zu unterschiedlichen Themen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Es gibt verschiedene Arten von Berichten, aber alle durchlaufen einen strengen Prozess des Scopings, des Schreibens und der Begutachtung, um höchste Qualität zu gewährleisten. 

  • Sachstandsberichte (Assessment Reports, AR):
    Diese umfassenden Hauptberichte erscheinen etwa alle sechs bis sieben Jahre. Sie bestehen aus den Beiträgen der drei Arbeitsgruppen sowie einem zusammenfassenden Synthesebericht und bilden den Kern der IPCC-Arbeit.
  • Sonderberichte (Special Reports, SR):
    Sonderberichte widmen sich spezifischen Themen im Zusammenhang mit dem Klimawandel wie zum Beispiel „1,5 °C globale Erwärmung“, „Landsysteme“, „Ozean und Kryosphäre“ oder „Städten“. Die Themen werden auf Wunsch der Regierungen beschlossen und ergänzen die Sachstandsberichte.
  • Methodikberichte (Methodology Reports, MR):
    Methodische Richtlinien zur Berichterstattung von Quellen und Senken von Treibhausgasen. Sie werden zur Erstellung von vergleichbaren nationalen Treibhausgasinventaren genutzt. Neben der Berichterstattung über Treibhausgasemissionen und -Entnahmen (reporting, „Treibhausgasinventare“) können die IPCC-Richtlinien außerdem als Grundlage der Regelungen zur Anrechnung der Quellen und Senken von Treibhausgasen im Rahmen der Marktmechanismen unter dem Übereinkommen von Paris (accounting; Artikel 6 des ÜvP) dienen.
  • Syntheseberichte (Synthesis Reports, SYR):
    Ein Synthesebericht fasst die zentralen Erkenntnisse aller Berichte eines Zyklus zusammen und wird oft als Teil des Sachstandsberichts betrachtet. Er richtet sich vorrangig an politische Entscheidungsträgerinnen und -träger und wird vom IPCC-Plenum angenommen (adopted). Der Synthesebericht integriert die drei Bänder des Sachstandsberichts und alle während eines Bewertungszyklus erstellten Sonderberichte.

Sachstandsberichte, Sonderberichte und der Synthesebericht enthalten eine Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung (Summary for Policymakers, SPM), die von den Autorinnen und Autoren erstellt und vom IPCC-Plenum Zeile für Zeile verabschiedet (approved) wird. Bei der Verabschiedung stehen die Delegierten im Dialog mit den Autorinnen und Autoren, die Änderungen auch ablehnen können, wenn diese nicht im Einklang mit dem zugrundeliegenden Bericht wären.

4.2 Wie oft werden IPCC-Berichte veröffentlicht?

Die Arbeit des IPCC ist zeitlich in Zyklen gegliedert, die jeweils mit der Neuwahl des IPCC-Vorstands beginnen und mit der Veröffentlichung eines Syntheseberichts enden. Ein Zyklus erstreckt sich normalerweise über etwa sechs bis sieben Jahre.

Zu Beginn jedes neuen IPCC-Zyklus beschließt das Plenum, welche Berichte in diesem Zeitraum erstellt werden. Die konkrete Auswahl kann je nach wissenschaftlichem Bedarf und politischer Relevanz variieren. Ein typischer Zyklus umfasst jedoch in der Regel:

  • Einen Sachstandsbericht (Assessment Report, AR), bestehend aus Beiträgen der drei Arbeitsgruppen,
  • Mindestens einen, oft mehrere Sonderberichte (Special Reports, SR) zu besonders relevanten Themen,
  • Mindestens einen Methodikbericht (Methodology Report, MR) zur Weiterentwicklung der Richtlinien für nationale Treibhausgasinventare.
  • Einen Synthesebericht (Synthesis Report, SYR), der die Ergebnisse des Sachstandsberichts sowie der Sonderberichte aus dem aktuellen Zyklus zusammenführt. Mit der Veröffentlichung des Syntheseberichts endet der jeweilige Zyklus.

Die Berichte bauen zeitlich und inhaltlich aufeinander auf.

Der genaue Veröffentlichungszeitplan hängt vom Umfang und Inhalt der geplanten Berichte sowie von den im Plenum beschlossenen Zeitrahmen ab.

4.3 Wozu werden die Sachstands- und Sonderberichte veröffentlicht?

Die Hauptaufgabe des IPCC ist die regelmäßige Bereitstellung von Sachstandsberichten (Assessment Reports) über den aktuellen Kenntnisstand bezüglich Klimaänderungen. Der IPCC bietet Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen der Politik und zeigt unterschiedliche Handlungsoptionen und deren Implikationen auf, ohne jedoch politische Empfehlungen zu geben.

IPCC-Sonderberichte befassen sich mit Themenschwerpunkten, die im IPCC-Plenum erörtert und festgelegt werden. Der Sonderbericht über 1,5 °C globale Erwärmung (SR1.5, erschienen 2018) stellt dabei eine Ausnahme dar, da er auf Bitten des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) nach Verabschiedung des Übereinkommens von Paris erstellt wurde.

4.4 Sind die Berichte öffentlich zugänglich, und wo kann ich sie finden?

Ja. Alle Berichte des IPCC sind öffentlich zugänglich und kostenlos verfügbar.

Sie stehen auf der IPCC-Website unter https://www.ipcc.ch/reports/ zum Download bereit und sind in allen sechs UN-Sprachen (Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch) verfügbar. In gedruckter Form sind die Gesamtausgaben der Berichte (englischsprachig) im Buchhandel erhältlich.

Viele Inhalte werden zudem auf Websites nationaler IPCC-Kontaktstellen, wie der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle, aufbereitet und ergänzt. Hier finden Sie deutsche Übersetzungen wichtiger Berichtsteile.

4.5 An welchen Berichten arbeitet der IPCC zurzeit?

Der IPCC befindet sich im siebten Berichtszyklus (seit Juli 2023, Dauer fünf bis sieben Jahre). Für diesen Zyklus wurde die Erstellung folgender Berichte beschlossen: