Mandate und Rolle


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1.1 Was ist der IPCC?

Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), auch bekannt als „Weltklimarat“, ist ein wissenschaftliches Gremium und gleichzeitig ein zwischenstaatlicher Ausschuss der Vereinten Nationen. Der IPCC betreibt keine eigene Forschung, sondern er stellt den aktuellen Kenntnisstand aus der Fachliteratur zum Klimawandel zusammen und bewertet ihn aus wissenschaftlicher Sicht. Ziel seiner Arbeit ist es, politische Entscheidungen möglichst umfassend, objektiv und neutral über den Klimawandel und seine Folgen zu informieren – auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, jedoch ohne politische Empfehlungen zu geben (policy-relevant, not policy-prescriptive, siehe 1.6). Die Mitarbeit im IPCC wird nicht zusätzlich vergütet, um politische Unabhängigkeit zu gewährleisten.

1.2 Warum, wann und von wem wurde der IPCC gegründet?

Mitte des 20. Jahrhunderts stellten Forscherinnen und Forscher vermehrt Anzeichen dafür fest, dass sich die Atmosphäre erwärmt und dass Aktivitäten des Menschen eine Ursache für diese Veränderung sein könnten. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP) und die Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organisation, WMO) gründeten daraufhin 1988 den IPCC mit Hauptsitz in Genf. Ziel war es zu klären, welche Gefährdung von der globalen Erwärmung ausgeht und ob gehandelt werden muss. Mitglied im IPCC sind alle Staaten, die Mitglied der Vereinten Nationen oder der WMO sind.

1.6 Ist der IPCC politisch?

Der IPCC folgt dem Grundsatz: „to be policy-relevant, but not policy-prescriptive“. Das bedeutet: Die Berichte des IPCC sind politisch relevant – sie bieten wissenschaftlich fundierte Informationen über Optionen und deren mögliche Auswirkungen –, aber sie schreiben weder konkrete politische Maßnahmen vor noch machen sie Empfehlungen in dieser Hinsicht.

Insbesondere die Arbeitsgruppen II und III befassen sich mit politisch sensiblen Themen wie Verwundbarkeit gegenüber Klimarisiken, Anpassungsstrategien und der Verteilung von Kosten und Verantwortlichkeiten. Dabei werden auch ethische Fragen, Gerechtigkeitsaspekte und Entscheidungsprozesse unter Unsicherheit behandelt.

Die Bewertungen des IPCC beruhen ausschließlich auf veröffentlichter Fachliteratur. Sie zielen darauf ab, verschiedene Perspektiven und Unsicherheiten transparent darzustellen, ohne normative Positionen zu beziehen. Durch das strenge Begutachtungsverfahren und die breite internationale Beteiligung wird sichergestellt, dass die Berichte wissenschaftlich fundiert und politisch neutral sind.