Weiterführende und detaillierte Informationen zur Organisation und Struktur des IPCC sind unter Organisation zu finden.
2.1 Wie ist der IPCC strukturiert?
Der IPCC ist ein komplexes, international organisiertes Gremium mit unterschiedlichen Bestandteilen:
- IPCC-Plenum (IPCC Plenary):
Das Plenum ist das oberste Entscheidungsgremium des IPCC. Es besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsregierungen. Hier werden zentrale Entscheidungen zu Arbeitsprogramm, Verfahrensregeln und Berichtsinhalten getroffen. Anerkannte Beobachterorganisationen nehmen ebenfalls teil. Die Wissenschaft ist bei Plenarsitzungen durch den IPCC-Vorstand vertreten. - IPCC-Vorstand (IPCC Bureau):
Im Vorstand sind der IPCC-Vorsitzende und die IPCC-Vizevorsitzenden sowie die Ko-Vorsitzenden und Vizevorsitzenden der drei Arbeitsgruppen und die Ko-Vorsitzenden der Task Force zu Treibhausgasinventaren. Der Vorstand berät in wissenschaftlichen, technischen und organisatorischen Fragen. - Exekutivkomitee (Executive Committee):
Das Exekutivkomitee ist eine kleinere Einheit des IPCC-Vorstands und ist für die laufende Umsetzung des Arbeitsprogramms verantwortlich. - Arbeitsgruppen (Working Groups):
In den Arbeitsgruppen findet die Berichtserstellung statt. Sie betrachten jeweils unterschiedliche Aspekte des Klimawandels.
WG 1: Naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels
WG 2: Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit
WG 3: Minderung des Klimawandels
- Task Force on National Greenhouse Gas Inventories (TFI):
Die TFI entwickelt Methoden für die Berichterstattung nationaler Treibhausgasemissionen im Rahmen der UNFCCC. - Technical Support Units (TSUs):
Diese Geschäftsstellen unterstützen die Arbeitsgruppen und die Task Force fachlich, technisch und organisatorisch. Sie begleiten den Erstellungsprozess der IPCC-Produkte. - Task Group on Data Support for Climate Change Assessments (TG-Data)
Die TG Data beschäftigt sich mit Szenarien und klimarelevanten Daten, und sie betreut das Datenzentrum des IPCC (Data Distribution Centre). - IPCC-Sekretariat (IPCC Secretariat):
Das Sekretariat mit Sitz in Genf unterstützt die Arbeit des IPCC organisatorisch und koordiniert zentrale Abläufe.

2.2 Wer ist Mitglied im IPCC?
Der IPCC setzt sich aus verschiedenen Gruppen zusammen, die jeweils unterschiedliche Rollen in der Arbeit des Gremiums übernehmen:
- Mitgliedstaaten (member states):
Alle Staaten, die Mitglied der Vereinten Nationen oder der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sind, werden zu IPCC-Aktivitäten informiert und eingeladen.Hierfür haben die meisten Ländern einen National Focal Point benannt. Derzeit hat der IPCC 195 Mitgliedsländer. Diese Regierungen können Delegierte in das Plenum entsenden und sind an Entscheidungsprozessen und Begutachtungen der Berichte beteiligt. Sie nominieren Fachleute für die Mitarbeit an den Berichten oder die Teilnahme an Workshops. - Fachleute (experts):
Wissenschaftliche Fachleute aus aller Welt arbeiten als Autorinnen/Autoren an den Berichten mit. Sie werden jeweils für einzelne Berichte ausgewählt und für diese Tätigkeit nicht zusätzlich bezahlt.
Auch der IPCC-Vorstand ist mit wissenschaftlichen Fachleuten besetzt.
In den Begutachtungsphasen können Fachleute die Berichtsentwürfe entsprechend ihrer Expertise kommentieren. - Beobachterorganisationen (observers):
Mehr als 200 akkreditierte Organisationen – darunter internationale Organisationen, wissenschaftliche Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und UN-Gremien – können als Beobachter an IPCC-Sitzungen teilnehmen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Transparenz und zur Vielfalt der Perspektiven und sind berechtigt, Fachleute zu nominieren.
2.3 Welche Rolle haben Regierungen und Beobachterorganisationen?
Regierungen spielen im IPCC eine zentrale Rolle. Sie sind als Mitgliedstaaten im Plenum vertreten und treffen dort Entscheidungen zu Aufbau, Arbeitsprogramm, Verfahrensregeln und zur Struktur der Berichte. Außerdem kommentieren sie die Entwürfe der Berichte während der Begutachtungsphasen und verabschieden die Zusammenfassungen für die politische Entscheidungsfindung (Summary for Policymakers, SPM) im Austausch mit den Autorinnen und Autoren im Konsens.
Beobachterorganisationen ergänzen die Arbeit des IPCC um zusätzliche Perspektiven. Zugelassen werden unter anderem:
- Nichtregierungsorganisationen (NGOs),
- zwischenstaatliche Organisationen,
- UN-Einrichtungen,
- wissenschaftliche Institutionen.
Derzeit sind knapp 40 UN-nahe Organisationen und über 240 weitere Organisationen außerhalb des UN-Systems offiziell als IPCC-Beobachter anerkannt. Diese dürfen an IPCC-Sitzungen, einschließlich der Plenarsitzungen der Arbeitsgruppen, teilnehmen – allerdings ohne Stimmrecht. Sie leisten durch Beiträge, Stellungnahmen und die Nominierung von Fachleuten einen wichtigen Beitrag zur Arbeit des IPCC.

