Strukturen und Aufgaben


Wie der IPCC organisiert ist

Die Mitgliedsstaaten des IPCC kommen etwa zweimal jährlich zum Plenum zusammen. Daran nehmen hunderte Fachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen und anerkannter Beobachterorganisationen teil. Das Plenum entscheidet über Managementangelegenheiten, Verfahrensregeln für die Berichtserstellung und das Arbeitsprogramm. Außerdem wählt es die Vorsitzenden des IPCC und seiner Arbeits- und Projektgruppen sowie die übrigen Vorstandsmitglieder. Fertige Berichte werden dort verabschiedet und Themen für künftige beschlossen.

IPCC Organisation

Die zurzeit 34 Vorstandsmitglieder sind anerkannte Expertinnen und Experten und unterstützen die wissenschaftliche Arbeit des IPCC. Ein Exekutivkomitee sorgt dafür, dass Beschlüsse des Plenums umgesetzt werden. Dieses Komitee hat etwa ein Dutzend Mitglieder und setzt sich aus den Vorsitzenden und Vizevorsitzenden des IPCC sowie den Vorsitzenden der Arbeitsgruppen und einer Projektgruppe zusammen. Die Leitungsteams des IPCC-Sekretariats und der Geschäftsstellen sind beratend dabei.

Der IPCC hat derzeit drei Arbeitsgruppen, die Sachstandsberichte und Sonderberichte erstellen. Arbeitsgruppe I (WGI) befasst sich mit den naturwissenschaftlichen Ursachen des Klimawandels, Arbeitsgruppe II (WGII) beschäftigt sich mit der Verwundbarkeit von sozioökonomischen und natürlichen Systemen gegenüber dem Klimawandel und dessen Auswirkungen. Zudem beschreibt sie Wege, wie sich die Menschen an die globale Erwärmung anpassen können. Arbeitsgruppe III (WGIII) zeigt politische und technologische Optionen zur Minderung des anthropogenen Klimawandels auf.

Eine IPCC-Projektgruppe (TFI) entwickelt Methoden für die Berichterstattung nationaler Treibhausgasemissionen, die in der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) verwendet werden. Eine weitere IPCC-Projektgruppe (TGICA) beschäftigt sich mit Szenarien und klimarelevanten Daten, und sie überwacht das Datenzentrum des IPCC.

Gewählte Vorstände mit in der Regel je zwei Vorsitzenden leiten die Arbeits- und Projektgruppen jeweils für einen Berichtszyklus. Seit 2015 ist Prof. Hans-Otto Pörtner vom Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) einer der beiden Vorsitzenden der Arbeitsgruppe II.

 

Wie der IPCC arbeitet

Ein mehrere hundert Expertinnen und Experten zählendes Autorenteam arbeitet federführend an einem Bericht. Der Vorstand wählt die Mitglieder aus einer Gruppe von Kandidatinnen und Kandidaten aus, die von Regierungen und Beobachterorganisationen nominiert wurden. Bei der Auswahl zählt insbesondere die wissenschaftliche Expertise. Darüber hinaus sollen die Mitglieder der Autorenteams einen unterschiedlichen Zugang zum Thema haben. Außerdem müssen verschiedene Weltregionen und beide Geschlechter vertreten sein. Wichtig ist, dass die Zusammensetzung der Teams ausgewogen ist.

Die Arbeit des Autorenteams wird von den Vorsitzenden der Arbeitsgruppen geleitet. Koordinierende Leitautorinnen und -autoren übernehmen die Verantwortung für einzelne Kapitel. Leitautorinnen und -autoren sind für die Erstellung bestimmter Abschnitte verantwortlich. Weitere Autorinnen und Autoren können hinzugezogen werden. Insgesamt tragen tausende Fachleute aus aller Welt in Autoren- und Gutachterteams zu den IPCC-Berichten bei.

Das Sekretariat steht dem IPCC und dessen Vorständen zur Seite. Fünf Geschäftsstellen unterstützen die Arbeits- und Projektgruppen. Im Sekretariat und den Geschäftsstellen sind insgesamt rund 50 Personen angestellt. Jede Regierung hat zudem eine nationale IPCC-Kontaktstelle benannt. In Deutschland ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zuständig. Es wird unterstützt von der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle, die gemeinsam vom BMUB und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragen wird.

 

Wie sich der IPCC finanziert

Die wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren sowie die Vorstände des IPCC werden von ihren Instituten freigestellt oder sie arbeiten ehrenamtlich, ihnen werden Reisekosten erstattet. Die Geschäftsstellen der Arbeitsgruppen und die Datenzentren werden von den Ländern finanziert, die sie beherbergen. Der IPCC-Treuhandfonds finanziert zudem die Beteiligung von Fachleuten aus Entwicklungsländern an der IPCC-Arbeit und die Veröffentlichung und Übersetzung von IPCC-Berichten. Die Mitgliedsstaaten leisten freiwillige Beiträge zu diesem Fonds, das aktuelle Jahresbudget beträgt etwa fünf Millionen Euro. Außerdem stellen die WMO und das UNEP Personalstellen für das IPCC-Sekretariat, das von der WMO in Genf beherbergt wird. Ergänzende Unterstützung kommt von der Klimarahmenkonvention UNFCCC.